Ist die Liebe nicht schön? Überall sieht man in den Straßen verliebte Paare, die sich ihr Leben ohne den Partner gar nicht vorstellen können. Wer träumt nicht von der großen Liebe und das Leben gemeinsam mit einem geliebten Menschen zu verbringen? Aber was wenn kein Partner da ist?
Es gibt Menschen, denen das Glück einer erfüllten Liebesbeziehung verwehrt ist, die sich danach sehen ihr Leben mit jemanden zu teilen.
Warum sind Menschen allein? Sind sie aus Überzeugung Singles oder war bislang nie die/der wirklich Richtige dabei? Vielleicht liegen die Gründe für das Alleinsein auch ganz wo anderes. Einige Menschen sprechen von Beziehungsangst – sie haben im wahrsten Sinne Angst eine Beziehung einzugehen. Woran mag das liegen?
Etwa an den eigenen Selbstzweifeln man könne sich niemals mit einer anderen Person arrangieren und ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt? Angst davor den Partner zu enttäuschen oder selbst enttäuscht zu werden?
Vielleicht sind es aber auch die Zweifel verbunden mit bislang gescheiterten Beziehungen, die einem bei einem neuen Liebesglück im Wege stehen. Lebt man jedoch mit dem ständigen Zweifeln über gescheiterte Beziehungen, dann kann es schwer werden sich jemandem wieder anzuvertrauen.
Teils liegt es jedoch auch an aus der Kindheit begründeten Verlusten. Bei sogenannten Trennungskindern hat der Vater oder die Mutter die Familie aus irgendeinem Grund verlassen. Gerade die zurückgelassenen Personen werden wahrscheinlich ihr Leben lang unter Bindungsängsten oder Verlustängsten leiden. Ihnen wird es teilweise schwer fallen das Vetrauen zu anderen Personen aufzubauen, weil die Angst im Hinterkopf besteht verlassen zu werden.
Enttäuschungen gibt es leider immer mal im Leben, aber es lohnt sich in jedem Fall eine Beziehung einzugehen und die bisherigen Zweifel oder gar Ängste versuchen zu überwinden. Wenn man keine Risiken im Leben eingeht, erspart man sich sicherlich einige Enttäuschungen und Partnerprobleme, aber dafür auch auf die Liebe zu verzichten? Wer nichts riskiert, kann auch nichts gewinnen! Eine lohnt sich für eine Beziehung zu kämpfen.
Wie heisst es doch so schön – Wer nicht einmal in seinem Leben so richtig verliebt war, der hat nicht wirklich sein Leben gelebt und etwas Entscheidendes versäumt.
Der durchschnittliche Liebesroman dient am Besten als Unterlage für Feuerholz - meine Meinung dazu habe ich ja bereits kundgetan. Aber es existieren so viele Bücher, Romane oder nicht, in denen Liebe ein zentrales Thema ist, die zum Besten gehören, was je geschrieben wurde.
Denen tut man natürlich unrecht, verurteilt man “Liebesromane” pauschal als Schundliteratur. Deswegen hier zwei, drei Werke, nicht alles Romane, sondern völlig kategorienfreie “Geschichten über die Liebe”.
Dshamilja. Kein Roman sondern eine Novelle von Tschingis Aitmatov und nebenbei “die schönste Liebesgeschichte der Welt”, so Louis Aragon im Vorwort. Kann ich unterschreiben. Tieftraurige und wunderschöne Geschichte um Liebe in einem Bergdorf der Kirgisen.
Die dunkle Seite der Liebe von Rafik Schami. Ein ziemlicher Schinken, der seine Stärken in der akkuraten Beschreibung arabischer Lebenssituationen und -probleme hat. Sehr menschlich gezeichnete Protagonisten treffen hier vor dem Hintergrund minutiös gezeichneten arabischen Sittenverhaltens aufeinander. Trotz der Länge ein aufregendes Leseerlebnis.
Sense and Sensibility von Jane Austen: Der Klassiker. Mir persönlich zu sehr “Klassiker”, aber ohne Zweifel sollte man das gelesen haben, wenn es um Liebesromane geht. Der Stil könnte halt für manche Leser etwas altmodisch wirken.
Romeo und Julia. Shakespeare. Nein, ich mag das wirklich! Bei den zigtausend schlechten Adaptionen in Film und Fernsehen ist es ganz heilsam, mal das Original zu lesen. Dabei fällt dem einen oder anderen vielleicht auch auf, dass das Ganze eigentlich sehr tragisch gemeint ist.
Das reicht erstmal zum warm werden. Ich werde meinen Bücherschrank nochmal gründlich durchforsten, dann gibts einen etwas weniger “offensichtlichen” Teil Zwei.
Einer Freundin von mir ist was Merkwürdiges passiert. Ihr langjähriger Freund hat vor einer Woche einfach so mit ihr Schluss gemacht. Ohne jede Begründung hat er sich getrennt. Zwei Wochen später kamen dann die Beschwerden. Unwohlsein, Übelkeit, das ganze Programm. Der Test hat ihre Vermutung bestätigt, sie ist schwanger.
Meine Freundin ist niemand, der Panik bekommt. Sie hat sich gedacht, gut, dann bekomme ich das Kind eben. Hat gleichzeitig nochmal versucht, mit dem Freund zu reden und ihm zu sagen, dass er ein Kind bekommt. Seine Antwort darauf war nur : Das weiß ich schon längst! Die Verantwortung ist mir zuviel! Treib ab!
Mal abgesehen davon, dass der Typ ein Arschloch ist, hat er sowas wie einen sechsten Sinn bewiesen. Sie benutzt die Pille (Kondome und Männer.. mmh..) und er konnte nicht mehr als sonst wissen, dass es trotzdem mit dem Kind “geklappt” hat. Noch dazu ist das Ganze horrend unwahrscheinlich! Trotzdem hat er das wohl im Voraus geahnt und sich gleich verabsentiert.
Wie geht das? Ich will dem Typ nicht unterstellen, dass er ihre Pillen ausgetauscht hat um einen Trennungsgrund zu fabrizieren. Aber wie sonst? Hat er unterbewusst auf die Signale reagiert, die ihr schwangerer Körper ausgesendet hat? Er wird jetzt wohl einen Vaterschaftstest zu machen, um zu sehen, ob das wirklich seins ist, sie hat mir aber versichert, dass es seins sein muss. Keine Ahnung, wie das weitergeht - aber auch wenn er übersinnliche Fähigkeiten hat, tuts mir schon jetzt um das Kind leid, bei dem Vater… [...mehr]
Seit einigen Jahren gibt es professionelle Agenturen, die im Stil von Single-Kontaktbörsen Leute zusammenbringen - diesmal aber nicht für die längere Beziehung, sondern für Seitensprünge.
Anders als das Online-Dating ist dieser Aspekt des Online-Lebens von Anonymität und Sex geprägt. Hier gehts nun mal nicht wirklich darum, einfühlsame Wahrheiten und die Persönlichkeit des anderen Menschen zu erfahren, es zählen vor allem körperliche Werte.
Dass das unter “Seitensprung” verkauft wird ist übrigens nur ein Marketing-Gag, meines Wissens prüfen die nicht nach, ob man in einer festen Beziehung oder verheiratet ist… Obwohl das eine echte Marktlücke wäre, in Verbindung mit einem Ebay-Seller für gebrauchte Eheringe zum Beispiel. Naja, der Name hat wahrscheinlich außer mir eh keinen irritiert.
In der Natur der Sache liegt wohl, dass sich auf solchen Portalen zuerst mal die Männer tummeln. Deshalb zeichnen sich die “renommierten” Portale dadurch aus, dass ein annäherndes 50:50 Verhältnis zwischen Mann und Frau herrscht. Angeblich sollen die sogar “primär in Frauenzeitschriften oder sogar im Fernsehen werben”, behauptet SinglebörsenVergleich.de. Auf dem Portal hab ich übrigens gleich einen Knaller gefunden, den ich Euch nicht vorenthalten möchte. Meet2Cheat wird da als “größte reinrassige Seitensprung - Agentur der Welt!” angepriesen. Meine Herrn! Hoffentlich ist das das einzige Überbleibsel von 1932, was sich bei denen finden lässt, ansonsten fallen die Seitensprünge wohl nicht mehr ganz so frisch wie gewünscht aus…
Andere heiße Kandidaten fürs niveauvolle Seitenspringen sind Lovepoint.de und Anneweb. Letzteres Portal kämpft übrigens, soweit ich das verstanden habe, mit einer Frauenminderheit. Dafür sieht es irgendwie am freundlichsten aus, die anderen beiden machen mit maximal klinischem Look, der wohl Seriösität ausstrahlen soll, auf mich den Eindruck von Werbesites großer Versicherungsfirmen.
Gut, ausprobiert hab ichs nicht und vielleicht verkenne ich die Qualität der angebotenen Dienste, so richtig erotisch will das Ganze bei mir nicht ankommen.
Geht es um Liebesromane, muss ich zuallererst an einen Kiosk in Berlin Wannsee denken. Da gibt es einen riesigen (Buch…) Ständer, auf dem sich Heftchen mit bunten Bildern schichten. Mir ist ehrlich gesagt der Name des publizierenden Verlages entfallen, aber ihr wisst schon, was ich meine. “Wo die Liebe hinbläst”, “Stürmische Reagenzien bei Vollmondnacht” und solche Titel.
Auf dem Coverblatt ist stets eine lockige Frau zu sehen, die sich irgendwelchen Verehrern in die Arme wirft oder verlassen am Fenster eben jenen hinterhertrauert. Der Kiosk in Wannsee profitiert offensichtlich vom Verkauf der Dinger, weil der (Buch. Harr.) Ständer den strategisch wichtigsten Stehplatz bekommen hat - noch vor den Zeitungen!
Woran liegt das? Schlägt man eins dieser Machwerke auf, dann ist es schwierig, sie zu Ende zu lesen. Echten Sex gibts da selten und wenn, dann ist der Besuch einer x-beliebigen Seite für Erotikstories im Internet spannender und vor allem umsonst. Von der Machart her zitieren die Autoren gerne Englische Bücher wie die grandiose Vorlage für den Film Abbitte oder eben Sinn und Sinnlichkeit, aber so schlecht, dass sich der Vergleich mit Rosamunde Pilcher Filmen gnadenlos aufdrängt.
Ich denke, dass die “Romane” gelesen werden, weil sie runtergehen wie Butter. Man kann im Wartezimmer sitzen und das Zeug lesen, man kann im Zug sitzen und das Zeug lesen, im Bett liegend sollen sie eine ganz besonders anheimelnde Wirkung haben. Für mich ist das nichts, da sind ja Handyspiele spannender.
Vielleicht sollte die Überschrift hier besser “Liebesgroschenromane” heißen, damit keine Verwechslung zu wirklich guten Liebesromanen auftritt, die gibt es nämlich auch! Mal sehen, ob ich da in nächster Zeit welche finde, Kamasutra hab ich schon gelesen. [...mehr]
Die Liebeskomödie “E-Mail für dich”, Ende 1998 in den amerikanischen Kinos und Anfang 1999 auch auf den deutschen Kinoleinwänden erschienen, bereitete den Durchbruch einer sozialen Innovation vor, und zwar des Internet-Datings. Dieser Film führte die faszinierenden Möglichkeiten des Internets vor Augen, die in der Offline-Realität praktisch unmöglich erscheinen. Dank der Anonymität, die dieses neue Medium bietet, können sogar Menschen, die sich im realen Leben als harte Konkurrenten gegenüberstehen, ihre innersten Gedanken austauschen und sich dadurch kennen lernen und ineinander verlieben.
Mittlerweile ist für viele Alleinstehende der Besuch von Singlebörsen und Sexkontaktportalen so selbstverständlich wie der Gang in eine Kneipe. Monatlich sind ungefähr sieben Millionen deutsche Singles auf Online-Dating-Portalen aktiv. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Plattform www.singleboersen-vergleich.de. Sie will auch herausgefunden haben, dass sechs Millionen Deutsche bislang bei der Online-Partnersuche Erfolg hatten. Das Netz liegt in Deutschland hinter Partys und dem Arbeitsplatz auf Platz drei der Orte, an denen man heutzutage anbandelt.
Somit ist also normal geworden, was noch vor Jahren belächelt wurde oder peinlich war. Kein Wunder: Die neuen Medien sind tief in unseren Alltag eingedrungen und haben dabei unsere Partnerschaften verändert. Wer heute neben Internet und Handy eine Freundin oder einen Ehemann hat, führt meist eine multimediale Beziehung. Virtuelle und reale Welt überschneiden sich immer mehr. Reden beim Frühstück, Telefonieren am Nachmittag, Chatten in der Mittagspause, eine SMS am Abend - das gibt Raum für Streit (”Du hättest dich melden können, du hast doch ein Handy!”) - aber auch die Möglichkeit, sich des anderen immer wieder zu versichern. Mit Signalen, die nur sagen sollen: “Ich denke gerade an Dich!”
Wer so selbstverständlich mit Medien umgeht, der findet es nicht ungewöhnlich, wenn jemand im Netz seinen Partner findet. Andere fragen sich, wie das klappen soll: sich kennen lernen, ohne sich zu sehen. Einander vertrauen, ohne zu wissen, ob der andere über Probleme lacht, die man ihm erzählt. Wichtig ist die Ehrlichkeit. Das heißt nicht, dem Unbekannten alles zu erzählen. Aber was erzählt wird, sollte stimmen. Sonst vergibt man sich den größten Vorteil des Chats: Sich anzunähern, ohne dass Aussehen und Alter zunächst eine Rolle spielen.
Im Chat ist es leichter, sich zu öffnen. Sehr häufig findet sich jemand der passt, wenn auch natürlich nicht immer eine Partnerschaft daraus wird. Wer öfter denselben Chat besucht, wird Teil eines Freundeskreises. Jeder lernt die Eigenarten der anderen kennen, und oft wissen Freunde aus dem Chatroom mehr übereinander als Verwandte außerhalb des Netzes. Das kann schlecht sein, sofern man online eine anonyme Pseudo-Nähe aufbaut, die Beziehungen außerhalb des Internets uninteressanter erscheinen lässt. Das kann aber auch gut sein. Viele trauen sich, im Chat Probleme anzusprechen, und erleben, von den anderen verstanden zu werden. Und dann wagen sie es vielleicht auch, sich zu öffnen, wenn der PC aus ist. Zudem fällt vielen das Ansprechen leichter. Es gibt kein Risiko, Befangenheit schwindet und man kann sich unbeschwert so geben, wie man ist bzw. zu sein glaubt.
Für andere ist der Chat reine Zeitverschwendung. Die wollen nicht auf den Zufall warten, dass ihnen jemand über den digitalen Weg läuft. Und da kommen die professionellen Vermittler ins Spiel, die versprechen, Menschen über das Netz zusammenzubringen.
Das Problem: Bei vielen Diensten kann man sich gratis registrieren - und wird dann schon zu den Mitgliedern gezählt. Wer aber Kontakt aufnehmen will, muss zahlen. Das Konzept der Agenturen: Sie füllen ihre Datenbank mit den Vorlieben und Abneigungen einzelner Menschen und lassen dann ihre Computer ermitteln, wer zu wem passen könnte.
Jeder sucht, jeder ist das Ziel, eine Maschine produziert das Glück. Unterschiede gibt es nur in der Art und Weise, wie die Profile der potenziellen Partner ermittelt werden: indem der Kunde einzelne Punkte ankreuzt oder einen langen Persönlichkeitstest über sich ergehen lässt.
Der Boom der Netzbeziehungen und Internetkontaktbörsen könnte, kritisch betrachtet, allerdings auch darauf hindeuten, dass nun selbst Beziehungen in unserer Gesellschaft immer mehr Warencharakter bekommen, dass, was romantisch sein sollte, zum Eintrag im Terminkalender verkommt. Die meisten Mitdreißiger arbeiten viel, keiner hat mehr Zeit. Die Folge: Wer in Job und Alltag effizient sein muss, wird auch effizient seinen Partner suchen wollen.
Ein Plus solcher virtueller Angebote ist der fehlende Zeitdruck. Wenn eine Frage ans Eingemachte geht, kann man gar nicht oder erst am nächsten Tag antworten. Jeder kann nachdenken, ohne dass der andere reinredet. Doch man sollte nie vergessen, dass das Internet nur da ist, solange man im Netz ist. Geht man raus, ist man auf sich alleine gestellt. Und dann hilft eher jemand, der einen so richtig in den Arm nehmen kann. Folgendem Erlebnis entgeht man damit glücklicherweise:
„Diesen Kuss der ganzen Welt.“ So heißt es in Schillers Ode An die Freude. Neben ihm haben sich noch unzählige weitere Lyriker mit der wohl symbolträchtigsten Ausdrucksform der Menschen befasst, unter anderem in äußerst amüsanter Form Wilhelm Busch .
Um die Bedeutung dieses Verständigungsmediums zu verstehen, müssen wir die Zeit etwas zurückspulen. Anfänglich hatte der Kuss ziemlich wenig mit Romantik zu tun, sondern war eher eine praktische Angelegenheit. In der Steinzeit, in der die Sauger, Fläschchen und Löffelchen noch nicht einmal erdacht, geschweige denn erfunden waren, erfanden die Mütter das Küssen aus einer Art Notlage heraus. Sie kauten ihren Babys das Essen vor und schoben ihnen den Speisebrei in den Mund. Eine Mund-zu-Mund-Fütterung sozusagen.
Heute ist der Kuss wesentlicher Bestandteil zwischenmenschlicher Kommunikation. Über 100.000 Küsse soll ein Mensch durchschnittlich in seinem Leben verteilen. Ausgetauscht zum Zeichen des Vertrauens, aus Hingabe, aus zärtlichen Gefühlen, zur Steigerung der Lust. Er ist ein Symbol der Liebe oder zumindest inniger Nähe. Eine non-verbale Sprach- und Ausdrucksform mit individuellem Dialekt und großen Unterschieden zwischen den einzelnen Kulturen. Man könnte es so überschreiben: „Zeig mir deine Lippen, und ich sag dir, wer du bist.“
Sozialistischer Bruderkuss
Nicht nur der Kuss aus Leidenschaft oder der erste Kuss sind Gründe für eine Annäherung der Lippen. Denken wir einmal nur an den Politischen Kuss, mit dem so unterschiedliche Führer wie Erich Honecker und Leonid Breschnew miteinander kommunizieren. Wie oft wurde diese Bild reproduziert? Heute gilt diese kräftige Lippenbegegnung als Inbegriff für die sowjetisch-ostdeutsche Kommunikationssprache – als Bruderkuss. Oder auf der Leinwand: Ingrid Bergmann und Humphrey Bogart küssten sich in „Casablanca“, Leonardo di Caprio und Kate Winslet verschwanden weniger glücklich mit der Titanic in den Fluten des Eismeeres. Wobei letztere übrigens später behauptete, dass Leonardo ganz schrecklich küssen würde.
Noch zwei Beispiele für symbolkräftige Kussformen: Zeigt der weit verbreitete Gute-Nacht-Kuss den Jüngsten unter uns nicht klar an, dass der Tag für sie jetzt zu Ende ist? Und soll nicht der meist nur sehr zärtlich und vorsichtig dahingehauchte Hochzeitskuss das zuvor Vereinbarte abschließen sowie dabei allen Nahestehenden zeigen, dass diese Vereinigung lange halten wird? Ein Kuss mit klarer Aussagekraft also, auch wenn sie sich in rund einem Drittel aller Fälle als Irrtum herausstellt, denn viele dieser Langzeitbeziehungen halten doch nicht ewig..
Rein chemisch betrachtet ist so ein Liebeskuss allerdings wenig verlockend: Mit dem Speichel tauschen die züngelnden Partner neben Wasser und Fetten auch Bakterien und Viren aus. Eine eher ansteckende Kommunikation also. Und eine anstrengende hinzu. Kräftig sind die zahlreichen, um den Mund herum gelegenen Muskeln damit beschäftigt, Ober- und Unterlippe vor und zurück zu bewegen. Abhängig natürlich von der Intensität des Kusses.
Doch diese Faktoren interessieren uns Küssende wenig. Wir genießen die weiche, meist warme Berührung und den Geschmack, lassen unseren Puls auf 150 Schläge in der Minute ansteigen und unsere Seele von den ausgeschütteten Glückshormonen – den Endorphinen - in ein euphorisches Stimmungshoch versetzen. Und noch etwas Positives: Regelmäßiges Küssen soll die Lebenserwartung erhöhen. Heißt es zumindest.
Kein Wunder also, dass bei all diesen positiven Wirkungen viele unersättlich im Küssen sind. Der aktuelle Rekord im Endlos-Küssen liegt bei 30 Stunden und 45 Minuten. Ohne Pause und im Stehen. [...mehr]