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Seitensprung verzeihen?

Diese Frage lässt, ob man einen Seitensprung verzeihen soll, lässt sich nicht pauschal mit Ja oder Nein beantworten. Trotz der Dramatik der Situation sollte neben dem verletzten Herz auch der Verstand befragt werden, ob überhaupt noch eine Liebes- und Vertrauensbasis aufrechterhalten werden kann. Nur so kann man auf der die Beziehung wieder gefestigt in die Zukunft blicken.

Kann der Partner oder Partnerin einen Seitensprung verzeihen?

Geht die Tendenz dahin, dem Partner oder der Partnerin diesen Seitensprung zu verzeihen, sollte genauer hinterfragt werden, warum es dazu gekommen ist. Damit sind keine Schuldzuweisungen gemeint – solche würden klärende Gespräche ins Gegenteil verwandeln und die Fronten nur verhärten. Meist denkt man, Partner/die Partnerin schon viele Jahre genau zu kennen und konnte sich diesen Seitensprung nicht vorstellen. Vielleicht kannte man eigentlich aber auch nur den Menschen, in den man sich einst verliebte und war sich zu sicher in seiner Beziehung. Dadurch kann eine leichte „Egal“-Haltung entstehen und beide Partner fühlen sich vernachlässigt.

Aber es gibt auch ganz anders gelagerte Situationen, die zum Seitensprung geführt haben. Oft hat sich über die Jahre ein gewisser Alltagstrott eingeschliffen. Job und Alltagsstress führen zu Lustlosigkeit. Es fehlt der Reiz des prickelnden „Abenteuers“. Stellt sich diese Situation in fairen Gesprächen über den Seitensprung als Ursache heraus, gibt es eine gute Basis für den liebevollen Fortbestand der Partnerschaft, wenn er von beiden Partnern gewünscht wird. Aber es sind Änderungen erforderlich, die von beiden Partnern miteinander besprochen und vereinbart werden sollten. Hierzu zählen mehr Zeit füreinander, neue Ideen für die gemeinsame Freizeitbeschäftigung und auch durchaus neue Erfahrungen im sexuellen Umgang miteinander.

Kann eine Krise im Job zum Seitensprung führen?

Wie sieht es mit der beruflichen Situation des Fremdgängers/der Fremdgängerin aus? Viele Berufstätige, die beruflich recht erfolgreich waren, können in eine labile Situation geraten, wenn es im Beruf aus Gründen, die er/sie nicht zu vertreten hat, zu Krisen oder gar einem Karriereknick kommt. Dies kratzt ganz gewaltig am gesunden Selbstbewusstsein. Oft sind diese gekränkten Menschen anfällig für einen Seitensprung und gehen ihn ein, um einmal wieder ein Erfolgserlebnis zu haben – wenigstens auf anderer als der beruflichen Basis. Bei diesem Grund ist sehr viel Geduld gefragt. Als Partner/-in, die mit einem solchen Menschen die Partnerschaft fortsetzen will, muss sich im Klaren sein, dass es eine Zeit dauern kann, bis diese „Sorte“ von Fremdgänger/-in ihr neues Ich gefunden hat oder beruflich wieder auf der Erfolgsleiter ist. Aber diese Unterstützung kann zu einem neuen partnerschaftlichen Verständnis führen, das ein langes gemeinsames Glück zementiert.

Wenn Sie jedoch keinen schlüssigen Grund, außer verminderte Gefühle des Partners und seine Triebe zu hören bekommen, ist das in jedem Fall ein Trennungsgrund. Natürlich darf man den fundamentalen Vertrauensbruch nicht verharmlosen. Der Grund ist trotzdem wichtig und auch, wenn Sie Ihrem Partner nie verzeihen, ist es wichtig ihn zu kennen. Es ist vollkommen in Ordnung sich erst einmal komplett verletzt zurück zu ziehen. Seien Sie unsachlich, schreien Sie, weinen Sie. Versuchen Sie dann herauszufinden wie verletzt Sie sind und ob Sie es wirklich noch einmal versuchen sollten.

Fazit: Herz und Verstand fragen. Nehmen Sie sich dazu alle nötige Zeit und überstürzen Sie nichts. Bitte keine Vorwürfe in Gesprächen – sie helfen nicht weiter.

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